Der Nebel hat sich zum Abschied über den Rio Mira gelegt und ein ganz leiser Nieselregen ist zu beobachten. So frühstücken wir heute indoor. Wir genießen zum letzten Mal den frisch gepressten Orangensaft und die selbst gemachten Marmeladen, bevor wir aufbrechen. Einen konkreten Weg gibt es nicht. Wir wollen an der Küste entlang bis nach Lagos fahren, unserem letzten Etappenziel, die Algarve. Zuvor tanken wir nach 810 gefahrenen km das erste Mal.
Wir halten dann zuerst in Aljezur, aber ein Parkplatz lässt sich nicht finden und so fahren wir weiter an den Strand Praia da Arrifana, der im Reiseführer als so wundervoll beschrieben wird. Und das ist er auch. Wir finden kurz vorm Abhang (zum Unmut der Familie) einen Parkplatz, essen eine Kleinigkeit und betrachten den Strand. Es ist Ebbe und der gelb leuchtende Sand ist deutlich sichtbar.
Dann gehts weiter in Richtung Lagos. Mit dem Ortsnamen hat Mario so seine Herausforderung, denn er möchte nach Langos, was ja eher an Essen erinnert :-). Die Straßen winden sich die Berge hoch und runter. Das Auto hat etwas zu tun. Mittlerweile habe ich mich auch gut an die Gangschaltung gewöhnt. Das Auto gehorcht ganz gut. Trotzdem vermisse ich meine Automatik.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Lagos. Hier wollte wohl jemand einen Architekturpreis gewinnen. Wir werden sehen, wie praktisch (oder unpraktisch) das hier alles ist. Die Hotelhalle empfängt uns mit absoluter Ruhe. Die Lady am Check-in textet uns mit Infos zu. Dann gehen wir aufs Zimmer. Es hat seitlichen Meerblick und eine gute Größe. Eine Badewanne steht frei im Raum. Zum Glück gibts noch eine Dusche, die jedoch durch das nur indirekte Licht arg dunkel erscheint. Alles ist verspiegelt. Die arme Putzfrau. Die Schränke scheinen nur Zierde zu sein. Diese Architekten … .
Den Weg zum Pool finden wir auch irgendwann. Treppenhaus runter, Gang vor, um die Ecke rum, Fahrstuhl wieder hoch, um die Ecke rum, Gang zurück und zur Tür raus. Puhhh, ob wir den 2. Pool im Untergeschoss je erreichen?
Unser Freund der Wind ist wieder da. Er bläst wieder sehr kräftig. Die gut montierten Sonnenschirme müssen wirklich viel aushalten. Nach einem Telefonat mit Mama und Papa freuen wir uns auf das Essen. Zum ersten mal so richtig Buffet im Urlaub. Kira ist glücklich. Die Auswahl an Speisen ist wirklich gut und es ist recht ruhig, trotz eines großen Restaurants. Sehr gut.
Den Abend beschließen wir mit einem Stadtbummel in Lagos. Angeblich das neue Mallorca für Party-Suchende. Wir nehmen den Bus. Der Fahrer scheint sich richtig zu freuen, dass mal jemand mitfährt. 1,20 Euro pro Person und Strecke. Fairer Preis. Wir landen direkt im Trubel, ohne Parkplatzsuche. Mario besucht endlich einen Fußball-Portugal-Shop. Damit lag er uns schon seit Porto in den Ohren. Dann hatten wir noch den Stadionbesuch in Lissabon gestrichen. Also rein in den Ronaldo-Shop.
Wir schlendern (manchmal schiebend) durch die Straßen und finden tatsächlich die 1 Euro Bier Kneipen, wie in einer TV Reportage zuletzt gesehen. Auf einem Platz wird Livemusik gespielt. Es ist ein deutlicher Samba-Rhythmus zu hören, aber die älteren Herrschaften tanzen Quickstep und Diskofox. Egal, sie haben sichtlich Freude dabei.
Wir trinken noch Sangria und Bier und lassen unsere Würfel tänzeln, bevor es um Mitternacht mit dem Taxi zurück ins Hotel geht.

man scheint auf die kühlen Temperaturen vorbereitet zu sein :-)
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