Wir beginnen den Tag ganz gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück mit Produkten aus der Region und planen den Tag. Heute soll es eine Wander-Tour werden, bei der wir mit schönen Ausblicken und natürlich einer leckeren Jause auf einer Alm belohnt werden. Eine Bedingung stellen wir uns: jegliche Aufstiegshilfen sind verboten. Also keine Seilbahn, kein Auto, kein Bus, kein eBike. Die Verführung ist groß, liegt unsere Unterkunft doch ziemlich nah zur Fleckalmbahn, einer hoch modernen 10er Gondelbahn, welche bis hoch auf über 1.800 m fährt. Wir holen uns Routentipps bei den Hotelbesitzern ein und starten mit dem Ziel Seidlalm. Gut 2 h Gehzeit und 400 Höhenmeter liegen vor uns. Wir starten. Es geht über Wiesen und Almen, die noch gut feucht vom Regen der letzten Tage sind und erreichen nach kurzer Zeit die Staudachstubn. Weiter gehts auf einem schönen Schotterweg. Wir sind ganz allein und treffen keine anderen Wanderer. Links und rechts stehen Kühe umher. Im Wald sprießen die Pilze aus dem Boden. Wir erspähen ein paar reife Brombeeren. So geht es gemütlich, aber doch stetig bergauf. Die ersten Schweißtropfen lassen nicht lange auf sich warten. Die Sonne lacht und es hat bestimmt so ca. 22 Grad. Wir sind happy. Doch plötzlich ändert sich der Weg. Es wird eng, steil, matschig. Wir hangeln uns über große Wurzeln und Pfützen nach oben, dann wieder nach unten. Kreuzen schließlich einen gut gefüllten Bach. Manchmal ist ein Steg darüber vorhanden, manchmal nicht. Wir hören Kuhglocken, die sich uns nähern. Und schließlich stehen die lieben Tierchen vor uns, logisch ohne Zaun. Wir haben Respekt. Unser Weg führt genau zwischen ihnen hindurch. Hmmm. Was nun. Solange sie fressen passiert ja nix. Also auf gehts, aber nur solange, bis mich eine Kuh mustert und mit einem ziemlich schnellen Schritt auf mich zuläuft. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen und ist gibt keinen Alternativweg. Das ist uns zu heikel. Wir beschließen den Rückzug. Den doofen matschigen Weg zurück nach unten. Schuhe putzen lohnt sich heute auf jeden Fall. Auf dem Schotterweg angekommen, begutachten wir nochmal alle vorhandenen Karten und das Handy, doch es gibt keinen anderen Weg. Also erstmal alles zurück. Es ist bereits mittags und so kehren wir auf eine Hollerschorle erstmal in die Staudachstubn ein. Der Blick in Richtung Kirchberg und der hohen Salve ist toll. Dort treffen wir später auch das ältere Ehepaar mit Enkel wieder, welches wir bergabwärts getroffen haben.
Um uns herum sind zahlreiche Wiesen, die heute alle gemäht wurden. Das Gras wird mehrfach, teilweise von Hand gewendet. Welch ein Aufwand.


Gestärkt ziehen wir weiter in Richtung Dorf. Vorbei am Badesee erreichen wir die Talstation der Gaisbergbahn. Im Hintergrund ist das Kitzbühler Horn zu sehen. Der Lift ist wieder verführerisch, aber nein, heute gibts keine Unterstützung. Den Obergaisberg Gasthof schaffen wir auch so. Knappe 200 Höhenmeter liegen nun vor uns. Auch hier gehts ganz offiziell erstmal steil über den Hang auf der Wiese nach oben, bis der Weg schließlich auf der Straße weiterführt. Uns kommen aber kaum Autos entgegen. Das passt also. Im Rücken ist weiterhin das Kitzbühler Horn zu sehen. Nach 45 Minuten kommen wir an und gönnen uns einen leckeren Kaiserschmarrn mit Zwetschenröster. So sitzen wir (viel zu lange) und genießen den Blick. Irgendwann machen wir uns auf den Rückweg. Die Knochen sind nun zu spüren. Es geht noch zu einem kleinen See nach oben, bevor wir zurück ins Tal wandern. Wir nehmen dann noch einen kurzen Umweg über den Dorfplatz, wo gerade ein Fest mit Musik eröffnet wird. Wir machen trotzdem keinen Halt und gehen so direkt weiter bis zum Hotel. Nach 5 1/2 h reiner Gehzeit, 15,6 km und über 600 Höhenmetern sind wir wieder zurück. Wir freuen uns auf die Sauna :-).


Der Wellnessbereich ist klein, aber wirklich fein. Aus der Sauna heraus erblickt man die Berge, sofern man ohne Brille etwas erkennt. Und auch im Ruhebereich hat man einen tollen Blick nach draußen. Der Tag ist so schnell vergangen. Schon sitzen wir beim Abendessen und lassen uns vom Haubenmeister kulinarisch verwöhnen. Wir freuen uns auf den morgigen Hulapalu-Tag und fallen müde ins Bett.


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